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Eine-Welt-Fest am Sonntag, den 28. Oktober 2018
 

Wie jedes Jahr kommt der Erlös des jährlich in der Sängerhalle stattfindenden "Eine-Welt-Fest" den Hilfsprojekten des Ausschusses Ortskirche-Weltkirche zu Gute. Das Fest wird von unserer Gemeinde und ihren verschiedenen aktiven Gruppen gestaltet. Es will Ihnen, unseren Gemeindemitgliedern, ermöglichen, sich zu treffen, in Gesprächen sich auszutauschen und nach dem gemeinsamen Mittagessen einen gemütlichen Nachmittag zu erleben. Um 11 Uhr findet in der St. Stephanus-Kirche ein Familiengottesdienst mit dem Chor & Band Jesolo statt.

Danach ab 11:45 Uhr geht es in der Sängerhalle weiter mit dem Mittagstisch und anschließendem Kaffee und leckeren selbstgebackenen Kuchen. Nach der offiziellen Begrüßung um 13 Uhr findet die Scheckübergabe der St. Stephanus-Stiftung an den Caritasausschuss und an den Ausschuss "Ortskirche-Weltkirche" statt. Das Nachmittagsprogramm gestalten um ca. 13.30 Uhr die Sängerlust Treppach, um 14 Uhr der Chorwurm, um 14:30 Uhr die KiTa St. Maria und um 15 Uhr die "Modern Jazz Gruppe" der DJK Wasseralfingen. Das "Eine-Welt-Fest" steht jedes Jahr unter einem Thema, dieses Jahr: "Flucht". Bruder Joseph berichtete uns bei seinem Besuch: Viele der Jugendlichen wollen raus aus Burkina Faso, weil sie keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben. Allerdings ist bei Ihnen nicht Europa das Fluchtland, sondern die Elfenbeinküste. Dort erhalten sie die Möglichkeit als Gastarbeiter in den Kakaoplantagen zu arbeiten. Leider geht die Wirtschaft in Burkina Faso immer weiter zurück. Durch die terroristischen Auseinandersetzungen gibt es weniger Investoren und Besucher. Die terroristischen Überfälle im Norden an der Grenze zu Mali sind brutal. Dort werden Schulen überfallen, Kinder und Lehrer werden gekidnappt. Mit der Folge, dass der Staat extreme Mittel für die Sicherheit aufwenden muss und deshalb kein Geld mehr z.B. für Krankenhäuser oder Schulen vorhanden ist.

China nimmt Afrika, auch Burkina Faso, immer mehr in Besitz, um an die vorhandenen Bodenschätze zu kommen. Bruder Joseph berichtete: Früher haben die Chinesen alle Esel aus Burkina Faso aufgekauft und diese als Fleisch-Delikatesse in China verkauft. Nur mit einem Ziel: ihre eigenen Produkte, die motorisierten Dreiräder in Burkina Faso zu verkaufen. Durch solche Aktionen entsteht Abhängigkeit. Billige Waren werden aus China eingekauft. Diese gehen schnell kaputt und werden dann meist von Chinesen wieder teuer repariert.

Wir wollen Sie an Informationstafeln über das Thema "Flucht" informieren, z.B. die vielschichtigen Gründe, weshalb Flucht entsteht und die daraus entstehende Folgen.

Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch, auf Ihr Kommen und dadurch auf Ihre Unterstützung unserer Arbeit und unserer Projekte.
Ihre Mitglieder des "Ausschuss Ortskirche-Weltkirche"

 

 
5.000 Euro Sofort-Hilfe für den Südsudan

Der Ausschuss der Ortskirche-Weltkirche hat in seinen beiden letzten Sitzungen beraten und beschlossen, aus den Einnahmen der letzten Feste, Stadtfest, Weihnachtsmarkt und "Eine-Welt-Fest" eine Soforthilfe für die Arbeit von Bruder Bernhard Hengl, Comboni-Missionar, zu gewähren.

Weitere 5.000 Euro wollen wir in einem halben Jahr ebenfalls als weitere Soforthilfe in den Südsudan überwiesen.

Bruder Bernhard Hengl hilft in den Gebieten, die für internationale Hilfsorganisationen schwer zugänglich sind. In diesem vom Krieg erschütterten Land rennen die Menschen zunächst um ihr Leben. Br. Bernhard organisiert Hilfstransporte in die abgelegenen Zufluchtsorte. Ohne Lebensmittelhilfe wären die Leute in diesen verlassenen Verstecken dem Hungertod ausgesetzt. Die Zusammenarbeit zwischen Bruder Bernard Hen gel und dem Ausschuss Ortskirche-Weltkirche der St. Stephanus-Gemeinde werden wir in den nächsten Jahren nachhaltig weiter ausbauen. Dazu finden zur Zeit Gespräche für die Gestaltung eines langfristigen Projektes statt. Wir wollen die Volks- und Mittelschulausbildung von Waisenkindern unterstützen. Die Zahl der Waisenkinder wächst zur Zeit täglich und ohne Ausbildung haben diese Kinder wenig Chancen im Leben.

Mit Hilfe von John, eines Familienvaters, der selbst im UN-Camp, hier in Juba, Südsudan einige Zeit zugebracht hat und mit Hilfe von Pater Alfred, einem Priester der "Apostels of Jesus", eine einheimische Kongregation, von uns Combonis gegründet, haben wir Waisenkinder ausgesucht, die besonders Tragisches durchmachen mussten, sowohl im UN-Camp, als auch auf der Straße! "Vergewaltigung auf tragischste Art der Mutter oder der Schwester vor ihren Augen, Folter und Zerstückelung ihres Vater oder großen Bruders, wochenlanges Umherirren oder Verstecken im Busch, meist alleine, aber auch in kleinen Gruppen, Hunger, Durst, Krankheit, Unsicherheit. Viele dieser Kinder sind ums Leben gekommen und viele sterben noch täglich!“, das schreibt uns Bruder Bernhard in seiner letzten eMail.

Dieses Projekt befindet sich zur Zeit im Aufbau, wir wollen es langfristig begleiten. Wollen auch Sie dieses Projekt unterstützen, senden Sie bitte Ihre Spende auf unser Konto
Ortskirche-Weltkirche
VR-Bank Aalen
IBAN: DE61 6149 0150 0089 6530 09
BIC: GENODES1AAV
Kennwort: Südsudan

(Ausschuss Ortskirche-Weltkiche)



Kurzbericht von Bruder Bernhard Hengl vom Mai 2017
 

Jeder vierte Südsudanese sei mittlerweile auf der Flucht, laut UN-Bericht. Und fünf bis sieben von den 12 Millionen Menschen des Landes leiden an Hunger. Seit über 5 Jahren lebe und arbeite ich im Südsudan – ich kam im April 2012, ein Jahr nach der Unabhängigkeit, in den jüngsten Staat der Welt und arbeite als Projektkoordinator (und Fundraiser) der Bischofskonferenz für Sudan und Südsudan. Die anfängliche Aufbruchsstimmung im Land nahm in der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember 2013 ein jähes Ende: Der Machtkampf der einstigen Partner, dem Präsidenten Salva Kiir von der Volksgruppe der Dinka und seinem ehemaligen Vize Riek Machar von der Volksgruppe der Nuer, eskalierte und 10.000nde fanden den Tod. Seitdem liefern sich die beiden ethnischen Gruppen blutige Kämpfe.

Eine ungeheure große Zahl von Menschen musste fliehen.

Über 2 Millionen Menschen sind heute offiziell auf der Flucht. Weitere ca. 2 Millionen Menschen leben in Flüchtlingscamps im Südsudan selbst sowie in den angrenzenden Ländern und die Zahl nimmt rapide zu. „Die Lage dort ist eine Katastrophe, es geht fürchterlich zu, Menschen leben auf engstem Raum, bei Regen steht das Wasser oft in den Zelten, Menschen hungern, verhungern, unzureichende medizinische Versorgung, keine ausreichende Sicherheit, zu wenig Wasser, die Toiletten in beschämendem Zustand.“

Doch nicht nur in den Flüchtlingslagern leben die Männer, Frauen und Kinder unter erbärmlichsten Umständen. Auch in den Städten und Dörfern des Landes ist die Lage katastrophal. Nächtliche Schusswechsel sind überall im Land längst zur Normalität geworden. Menschen werden auf der Straße von Soldaten "einfach so aus Spaß misshandelt.." "Und es gibt nichts, was sich dagegen tun ließe. Die Angst vor den Soldaten ist viel zu groß, als dass auch nur einer einen Ton sagen könnte".

Wie es weitergeht im Südsudan? Ich habe keine Antwort. Eine Pauschallösung des Konfliktes gibt es nicht. Wir versuchen hier, mit den Menschen so weit wie möglich "Alltag" zu leben. Das gibt ihnen "Halt".

Allein in der südsudanesischen Hauptstadt betreue ich drei große Projekte: Die Katholische Universität, das Priesterseminar des Landes sowie ein Lehrer-Ausbildungszentrum. Ich will mich nicht mürbe machen lassen von der Gewalt und der Angst. Dem Südsudan und denen, die mir ans Herz gewachsen sind, den Rücken kehren, kommt für mich nicht in Frage, obwohl ich schon öfters überfallen, zusammengeschlagen und ausgeraubt wurde. "Ich muss Sicherheit und Gelassenheit ausstrahlen, ich muss Zeugnis geben".

Doch die Hoffnung nicht zu verlieren fällt schwer: Gerade sind eine Reihe meiner Mitarbeiter in größter Sorge um ihre Familien, die in KajoKeji-County an der Grenze zu Uganda leben. Sie versuchen Hab und Gut zusammenzuraffen und ihre Familien in Sicherheit nach Uganda zu schleusen. "Viele der Dörfer sind bereits wie ausgefegt, Geisterdörfer, bis auf ein paar Menschen, da sie zu alt und zu "müde" sind zu fliehen. Aber in Uganda stehen sie vor dem Nichts: Kein Dach über dem Kopf, keine Nahrungsmittel,….. nichts!", So bleibt den meisten keine andere Möglichkeit, als in Camps zu gehen, die dem großen Ansturm nicht gewachsen sind.

Zusammen mit meinem einheimischem Team versuchen wir im Südsudan, die Menschen mit Medikamenten zu versorgen und Lebensmittel heranzuschaffen. "Der Hunger wird immer schlimmer. Erst vor kurzem ist ein 12-jähriger Bub, am Eingang vom Priesterseminar vor Hunger zusammengebrochen." Grundnahrungsmittel sind in Juba kaum noch zu bekommen, kaum noch zu bezahlen. Auch Wasser ist für viele Familien unerschwinglich, da es gekauft werden muss.

Hinzu kommt die unvorstellbare Verrohung der Menschen. "55 Jahre Krieg haben die Menschen verroht. Es ist eine Spirale der Gewalt. Die Kinder kennen oft von ihren Eltern nichts anderes als Gewalt, deren Eltern haben wiederum von ihren Eltern nur Gewalt erfahren." Erst kürzlich hat ihn ein Verbrechen fassungslos gemacht: Soldaten hatten zuerst zwei junge Frauen vergewaltigt, anschließend deren beiden Kleinkinder, ein- und zwei Jahre alt, an den Füßen wie Knüppel gepackt und damit die Mütter bewusstlos geschlagen.

"Nach fast vier Generationen von Gewalt, Unsicherheit und Hunger müsste so etwas wie menschliche Werte, wie "Liebe" erst wieder erlernt werden. Für die meisten Eltern, Großeltern, Urgroßeltern zählte oft nur, was ihrem eigenen Leben und dem Überleben der Familie und des Stammes diente. Viele Kinder wachsen auf ohne jegliche Geborgenheit, werden geschlagen, hungern und es gilt die Macht des Stärkeren. Es ist ein Leben im jahrzehntelangen Ausnahmezustand."

Es ist ein Leben in Not, sowohl in körperlicher wie seelischer Not.

So sehe ich es als meine Aufgabe bei und unter den Menschen zu sein, Hilfe und christliche Werte zu bringen.

Bruder Bernhard Hengl, Comboni-Missionar, Juba, Südsudan

 
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