Projekte
 
Ouagadougou - Burkina Faso
Unterstützung von Waisenkindern
Bruder Joseph
 
Seit vielen Jahren unterstützen wir Kinder in Ouagadougou, Burkina Faso. Eines der Projekte ist die Unterstützung von Waisen an der Schule von Bruder Joseph und seiner Familie. Da die meisten Waisen seiner Familie nun die Schule abgeschlossen haben, wird sich unsere Hilfe auf die bedürftigen Kinder an seiner Schule konzentrieren.
Nachfolgend eine Zusammenfassung von Bruder Joseph.

"Danke für all das, was ihr tut. Ihr habt keine Ahnung, wie viele Leben ihr schon gerettet, welche Zukunftshoffnung ihr all den Kindern gegeben habt, die ohne euch vom rechten Weg abgekommen wären oder ihr Erdendasein beendet hätten. Durch Patenschaften und regelmäßige Unterstützung gelingt es, den Jungen und Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen, täglich eine Mahlzeit (meist die einzige !) zu garantieren und die immer dringlicher werdenden Impfungen zu finanzieren. Die Schüler entstammen ärmsten Verhältnissen, weil ihre Eltern tot sind oder selbst nicht über die Runden kommen, da ihr Ackerland nichts abwirft. Meningitis ist klimabedingt so sehr im Vormarsch, dass wir viele Todesfälle befürchten. Weltweit wird Aidshilfe geleistet, von Hirnhautentzündung, die aber viel verbreiteter und enorm gefährlich ist, spricht fast niemand.
Die von euch gestifteten und von meinen Schülern gewarteten Brunnen sind zu einem Gemeingut von unschätzbarem, weil lebenserhaltendem Wert geworden. Die Getreidemühle erleichtert nicht nur den Frauen das Mahlen, sie schafft außerdem, genauso wie der Hühnerstall, eine Existenz für arbeitslose Jugendliche, die dadurch für sich selbst sorgen können. Trotzdem gibt es sehr viele Bettler, die täglich an unsere Tür klopfen, weil nirgendwo Arbeit, noch ein Krume für sie abfällt. Sie wissen nicht mehr ein noch aus...."
Bei all dem Leid würde ein Afrikaner nie jammern, nie Mitleid erregen wollen, da er immer bereit ist, in jeder noch so auswegslosen Situation Verantwortung zu übernehmen."

Wir denken, dass diese Zeilen sehr viel über die Situation in Burkina Faso aussagen. Unsere Hilfe wird dringen benötigt.

Nachfolgend werden weiter Information zu unserem Projekt gegeben. Verschiedene Bilder zeigen die Situation im Land und an der Schule.

 
Auf den Bildern - Bruder Joseph und von uns unterstützte Schüler
 
 
Brief von Bruder Joseph am 25.11.06
 

Liebe Familien, liebe Wohltäter!
Ich entschuldige mich für mein Schweigen. Wir haben es sehr hart. Ich war auf einem Seminar, um darüber nachzudenken, was wir tun können mit den Jugendlichen, die eingesperrt wurden, die abgehauen sind.
Auf dem Land können von 100 Grundschulkindern nur 7 weitermachen, um den Hauptschulabschluss zu bekommen. Für die anderen ist die Idee einer Bibliothek in Godin entstanden: sie könnten auto-didaktisch weitermachen. Mit eurer Hilfe haben wir den Bau begonnen. Wenn er fertig ist, brauchen wir eine Ausstattung mit Büchern, Tischen und Bänken und wenn möglich für Solarzellen, damit die Kinder auch nachts lernen können (!!!!!!).
Auf dem Seminar wurde diese Einrichtung gut geheißen, andere Vorschläge wurden gemacht:

- die Jungen ausbilden in der Landwirtschaft
- Zweiradmechaniker
- Material liefern, damit sie sich niederlassen können (also eine Werkstatt einrichten können)
- Schreinerausbildung
- Automechaniker

Danke für die Einrichtung des Hühnerstalls und des Gartens - ein echtes Beispiel dafür, wie arbeitslose Jugendliche sinnvoll in die Gesellschaft eingebaut werden können.
Das ewige Problem? Woher bekommen wir das Geld?

Auf 100 Geburten sterben 15 vor dem Erreichen des 5. Lebensjahres. Die Gründe: Unterernährung, Malaria, keine Möglichkeit zum Arztbesuch (es gibt ja keine Krankenkasse, jeder muss aus eigener Tasche alles bezahlen!!!!!!!).

Die Waisenhäuser können nur jedes 1000(!) ste Kind aufnehmen; europäische Organisationen schaffen Heime für die Bildung einiger Kinder - aber leider reicht das nur für ganz wenige.
Das Bandentum nimmt zu, weil viele Jugendliche ohne Arbeit herumlungern, ihre Zeit mit Teetrinken und Spielen verbringen.

Frauen tun sich zusammen, um Waisenkindern und infizierten Kindern zu helfen: sie machen Handarbeiten und stampfen Kakaobutter, der versuch, dies zu verkaufen, ist nicht aufbauend, da der Absatz schwierig ist.

Es gab einen Markt, bestückt von Händlern verschiedener Länder - die Preise haben sich verdoppelt.

Ich selbst schicke meine besten Wünsche an alle Wohltäter, an alle Paten. Gott möge allen alles vielfach vergelten!
Empfangt alle unsere Wünsche für Glück und Gesundheit; Gott in seiner Güte schenke Ihnen die Gesundheit. Wir können uns nicht bedanken für all die Gaben, für die geretteten Leben, für die gegebenen Hoffnungen.
Danke, danke, danke!

 

Eine Schlosserei in Burkina Faso

Landwirtschaft in Burkina Faso
 
Brief vom 26.06.2006: Einige Neuigkeiten aus Burkina:
 
Im Innern Westafrikas gelegen besitzt Burkina keine Grenzen zum Meer; der nächste Hafen ist 1000 km entfernt, ein echtes Handicap für Wirtschaft und Handel.
Die Gesamtfläche des Landes beträgt 274 200 km.
Die offizielle Sprache ist Französisch, daneben gibt es mehr als 60 andere Sprachen der Bevölkerung; wir haben 13,9 Millionen Einwohner, die Währung ist CFA ( 1 Euro= 656 CFA).
Das Land leidet unter der Trockenheit und den trockenen Winden, die von der Wüste her kommen.
75% der Bevölkerung widmet sich der Landwirtschaft, aber die Produktion ernährt die Bewohner nicht vollständig.
Burkina ist ein sehr armes Land. Die Regenzeit beginnt normalerweise im Mai, aber bis jetzt ist kein Tropfen Wasser vom Himmel gefallen. Die Bevölkerung ist sehr beunruhigt.
Im Dorf bekommen die Kinder eine Mahlzeit pro Tag, wenn es regnen würde, hätte man ein bisschen Grün und auch Gewürze, aber leider...
Die Wüste rückt pro Jahr 15 km vor. Im Augenblick ernähren sich viele mit Wildkräutern wie wildem Wein oder Lianen.
Das launische Klima ist der Anlass dafür, dass viele Junge das Land verlassen und in Richtung Nachbarstaaten mit Zugang zum Meer ziehen. Einige versuchen heimlich, in Europa oder Amerika Fuß zu fassen.
Von der Arbeit an der Elfenbeinküste sind viele ohne jeden Besitz zurückgekommen und vermehren dadurch das Elend im eigenen Land noch mehr.
Minimale Ernährung ist Alltag, Wiedereingliederung und Unsicherheiten haben Diebstähle zur Folge.
Viele Schüler stehlen die Hefte und Stifte der anderen, um sie zu verkaufen, damit sie sich ihrerseits etwas zu essen kaufen können.
Manche Schüler verkaufen in der Stadt Fruchtsafttüten, Zigaretten oder Holz, um auf diese Weise ihr Schulgeld zu finanzieren und um so ein bisschen Essen kaufen zu können.
Wenn es wenige Kinder gibt, die einen Lebensstandard wie in Europa haben, hängt das damit zusammen, dass ihre Eltern Beamte in entsprechendem Rang sind. Die Mehrheit der Bevölkerung setzt sich aus Landarbeitern oder Handwerkern, die in absoluter Verzweiflung leben, zusammen. Jeden Tag fragt man sich, was der Tag bringen wird, wie und ob man leben kann. Das ist die Hauptfrage der meisten Schulkinder.
In Afrika verstecken wir unser Elend; man erweckt den Eindruck, man hätte genug, man ist fröhlich, akzeptiert die Situation; die Politiker wollen nicht, dass die Welt weiß, wie schlecht es ihren Leuten geht. Viele sterben an Malaria; die Leute sprechen lieber von der Vogelgrippe - man verdient damit; viel Geld wird ausgegeben für den Kampf gegen Aids, aber Malaria und die damit einhergehende Meningitis wütet viel mehr.
Ich beende nun meinen dunklen Bericht und sage zum Schluss, dass die Leute trotz allem glücklich sind und an eine bessere Zukunft glauben, weil sie Vertrauen in Menschen guten Willens haben.
Bruder Joseph

Ein Markt

Trockenes Land


So grün wird es nur, wenn es
Regen gibt

 
Brief von Hubertine Kagambèga - eingegangen am 17.12.2006
 
Liebe Wohltäter,
lieber Herr Graule, Vorsitzender des Dritte Welt-Ausschusses
liebe Christel, unsere Mama!

Es sind fast 12 Jahre, dass Sie für uns zu Eltern geworden sind; ohne Sie wären wir wie viele Waisen auf der Straße; unser Ersatzvater, Bruder Joseph, hat nicht die Mittel, uns allen zu helfen; aber durch Ihre Hilfe werden wir jeden Tag satt, haben etwas anzuziehen, sind gut untergebracht und haben eine gesicherte schulische Laufbahn.
Viele Frauen müssen sich um ihre Familien kümmern, weil die Männer arbeitslos sind. So arbeite auch ich als Sekretärin - die Ausbildung verdanke ich Ihnen - und verkaufe noch Karten, um die Familie durchzubringen, weil mein Mann keine Arbeit findet.
Einer meiner Brüder züchtet Tiere und arbeitet auf den Feldern, ein anderer verkauft Baumaterialien. François ist zur Elfenbeinküste auf die Kakaoplantagen gegangen - hoffentlich kommt er noch lebend zurück. Auch Victor ist dabei, sich dorthin zu begeben. Wir haben hier eben keine Arbeit. Die andern sind noch auf der Schule - sie radeln täglich 15 Kilometer, um dorthin zu kommen.
Wir können Sie niemals vergessen, denn ohne Sie wären wir Banditen oder Prostituierte. Im Namen meiner Schwester und Brüder sage ich Ihnen allen unendlichen Dank - Ihnen und allen, die dazu beigetragen haben, uns nicht verkommen zu lassen. Mein Dank kommt aus tiefstem Herzen.

Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2007 für Sie und Ihre Familien. Gott schenke Ihnen Gesundheit!
Ihre Tochter
Hubertine Kagambèga